Donnerstag, 20. Januar 2011

Warum ist mein Vater weniger wert?

„Warum ist mein Vater weniger wert?“

Irritiert schaut die freundliche Dame vom Jugendamt den kleinen Paul an:

„Wie kommst du denn darauf?“

„Nun, der Anton hat mir erzählt, dass seine Eltern gerade bei Gericht sind und sich darüber streiten, bei wem Anton leben soll.“

„Und was hat das mit Dir zu tun?“

„Ich habe meinen Vater gefragt, warum er sich nicht mit meiner Mutter vor Gericht streitet. Und da hat er gesagt, weil er kein Recht dazu hat.“

„Warum hat er denn kein Recht dazu?“

„Er hat mir erklärt, dass Antons Eltern verheiratet sind und deshalb beide dieselben Rechte haben. Meine Eltern waren aber nie verheiratet und deshalb hat mein Vater keine Rechte, sondern nur meine Mutter.“

„Siehst Du, dann hast Du doch Glück. Nur weil wir für Dich diese Regelung gemacht haben, müssen sich deine Eltern nicht streiten.“

Paul denkt nach: „Also Antons Vater und Mutter haben dieselben Rechte wie meine Mutter. Nur mein Vater hat keine Rechte.“

„So stimmt das ja nicht, er hat das Recht dich zu besuchen.“

„Aber er hat nicht das Recht für mich zu kämpfen, oder?“

„Das braucht er ja nicht, weil du ja bei deiner Mutter bist.“

„Und das ist gut für mich?“

„Ja.“

Es tritt eine Pause ein und die freundliche Dame wendet sich wieder zufrieden ihrer Schreibarbeit zu.

„Woher weißt du, dass das gut ist für mich? Du kennst doch gar nicht meinen Vater“

„Das steht halt so im Gesetz. Und überhaupt, es ist immer gut für Kinder bei ihren Müttern zu sein.“

„Also sind Mütter besser als Väter?“

Etwas genervt antwortet die Dame: „ Das kann man so pauschal nicht sagen. Für Kinder sind beide ganz wichtig.“

„Warum hat mein Vater dann weniger Rechte, meine Mutter?“

„Weil Deine Eltern nicht verheiratet waren.“

„Ist es meine Schuld, dass meine Eltern nicht verheiratet waren?“

„Um Gottes Willen, nein. Deine Eltern haben das ganz alleine entschieden, das hat nichts mit Dir zu tun.“

„Aber warum haben meine Eltern dann nicht dieselben Rechte wie Antons Eltern?“

„Das wird halt so vom Gesetz geregelt und ist für Dich das Beste.“

„Für mich ist es also besser, wenn nur meine Mutter alle Rechte hat? Woher weißt Du das?“

„Das weiß ich nicht.“

„Also?“

„Paul, das verstehst Du nicht, dafür bist du halt noch zu klein.“

Donnerstag, 5. August 2010

Wo ist das Glas?

zum Beschluss des Bundesverfassungsgerichts - 1 BvR 420/09 - vom 21. Juli 2010 betreffend die gemeinsame Sorge nicht-verheirateter Väter:

Es ist ein Widerspruch in sich und absurd zwischen einer sogenannten Antrags- oder Widerspruchslösung und einem automatischen Sorgerecht ab Geburt unterscheiden zu wollen und dieses nach dem Kriterium anwenden zu wollen, ob der Vater nicht verheiratet oder verheiratet ist.

Gleichberechtigung heißt Gleichberechtigung, und hier eine Unterscheidung zu machen bedeutet eben:
- keine Gleichberechtigung für nicht eheliche Väter und
- keine Gleichberechtigung für nicht-eheliche Kinder (im Vergleich zu ehelichen Kindern)


"Kennen sie den Unterschied zwischen einem Pessimisten,
einem Optimisten und einem Realisten?
Der Pessimist: mein Glas ist halbleer…
Der Optimist: mein Glas ist halbvoll…
Der Realist: wo ist mein Glas?"

Autor des Zitats: Oskar Ungersboeck, Wien

Dienstag, 1. Juni 2010

Nach dem Vorschlag der Europäischen Kommission vom 24. März 2010 (IP/10/347) sollen Ehepaare vereinbaren können, welches Recht im Scheidungsfall zur Anwendung gelangt, selbst wenn keine Trennungsabsicht besteht (Quelle: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/10/628&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en). Mit dem MEMO/10/100 ( Clearer rules for international couples – frequently asked questions ) wird der Vorschlag konkret erläutert (Quelle: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=MEMO/10/100&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en).
Die Federführung zu diesem Vorschlag hat Viviane Reding, Vizepräsidentin der Kommission, zuständig für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft.

Sabine Vander Elst, eine geschiedene Mutter einer binationalen Ehe (das deutsch-belgische Ehepaar lebte in Portugal), die ihre Tochter seit Jahren nicht sehen kann, weil diese vom Vater vor vielen Jahren widerrechtlich nach Deutschland verbracht worden ist, kommentiert dazu:

"Concerning the project of Mrs Reding :

In short, for very bad so called good reasons, she wishes that a divorcing pair may go fishing for the most interesting family law – interesting to whom ? That remains to be taken into consideration.

Officially, the aim is probably to get the law which will be the best for the children. In reality, we are far from it.

Some of the examples present in the UE memo are almost laughable in their naivety. And as soon as children are caught in the proceeding of a conflictual divorce, the proposition of Mrs Reding becomes untolerable. The choice of the national family law which will determine guardianship; visitation rights; which is known for being lenient as far as conflicts regarding visitation rights or refusal to pay alimony are concerned; is an open door to any open war.

Reding supposes here that two unusually decent, well tempered and well educated employees of the EP, without children, wish to divorce. In such a case, shopping around for a quickie (I mean divorce, here…) can make sense. But more often than not, we shall have parents and, as far as human beings are concerned, a lamb and a wolf. The wolf will already have taken hold of the hostages – I mean, the children – and will somehow force the lamb, a meeker parent wishing to find some decent arrangement, to accept any solution, as long as it is a solution, even if that means going to a court which will definitely give an unfair advantage to the wolf. Ergo, the wolf will get all he wants to get.

Who will be the losers? The children, first. They are likely to loose any contact with a secondary parent. The secondary parent, secondly, who will loose any contact with his / her children; who is likely to be requested to pay a heavy alimony; whose role will be the one of a cash machine. Justice, finally, which will appear as a coward paper tiger.

The memo should instead support the Brussels II bis regulation,; so that the family law which will apply in a divorce will always be the one of the last place where the couple was living together: never should Europe accept a shopping spree for a wolf parent, looking for a law lenient to his / her misdeeds.

Further on, EC should take a model role, reminding to each of the countries which are part of the Union, that there are some values European countries should share, and that one of them is that protecting children is, among other things, giving children the possibility of having contact with both their parents.
"

Quelle: http://lebensborn2-mafille-maeliss.skynetblogs.be/archive-week/2010-22

Derzeit herrschen nach der Haager Konvention und Brüssel IIa Verordnung strenge Regeln, die - innerhalb gewisser Fristen - sicherstellen, dass ein Kind nicht einfach in ein anderes Land verbracht werden kann, indem vorgeschrieben ist, dass das Kind zurück gebracht werden muss.

Mit diesem Vorschlag der Kommission wird es kompliziert gemacht. Und ich befürchte, dass das dazu dienen könnte, die derzeit herrschenden strengen Regeln auszuhebeln.

Samstag, 15. Mai 2010

Die Europahymne

Es wird immer wichtiger, dass man Position bezieht.
Das ist eine meiner Positionen:


Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=y6vnxUtjKRA

Mittwoch, 28. April 2010

2010 Parental Alienation Awareness Day around the world

Ein schöner Artikel über die von Parental Alienation Awareness Organisation (PAAO) organsierte Bubbles of Love-Campaign und den diesjährigen weltweiten Tag der Eltern-Kind-Entfremdung (Parental Alienation Awareness Day PAAD)
in examiner.com

2010 Parental Alienation Awareness Day around the world

http://www.examiner.com/x-15873-Family-Rights-Examiner~y2010m4d28-2010-Parental-Alienation-Awareness-Day-around-the-world

In der Slideshow zu diesem Artikel werden auch Bilder über den Infostand unserer Selbsthilfegruppe PAS Rhein/Main zum PAAD 2010 gezeigt.


Weitere Links zum PAAD:
http://www.bubblesofloveday.com/home.asp?lang=german
http://www.paawareness.org/

Sonntag, 25. April 2010

Tag der Eltern-Kind-Entfremdung (PAAD) 2010

Kein Wölkchen trübte den Himmel am gestrigen Tag unseres Infostandes zum Tag der Eltern-Kind-Entfremdung / Parental Alienation Awareness Day (PAAD).

Ab 10 Uhr bauten wir unser Zelt, Tische und Stühle auf. Selbstgemalte Banner und Bilder, Poster und Informationsaushänge wurden angebracht, Flyer und Bücher zu Ansicht ausgelegt und unser Seifenblasen-Equipment plaziert. Dann ging es ans Luftballon-Aufblasen, und unser Motivations- und Energievorrat war so groß, dass uns die ersten Ballons wegen zuviel Luft platzen ;-) - oder auch ein Weg, um durch Knallen auf sich aufmerksam zu machen. ;-)

Mit insgesamt fünf Mitgliedern aus unserer Selbsthilfegruppe verging der Tag wie im Fluge. Wir führten einige gute und auch lange Gespräche mit Passanten. Viele blieben stehen und lasen, was wir ausgehängt hatten.

Tausende oder Zehntausende - wer mag sie zählen? - Bubbles of LOVE, Seifenblasen als Zeichen der LIEBE, schickten wir auf die Reise! Mögen sie ankommen und ihre Wirkung entfalten!

Jetzt sind unsere Hände so sauber, wir brauchen sie die nächste Woche nicht zu waschen ;-)

Ein paar Bilder gibt's auf unserer Webseite im Menü
--> Informationen --> Tag der Eltern-Kind-Entfremdung --> Bilder 2010
zu sehen, oder als Direkt-Link

http://www.pas-rhein-main.de/paad_2010

Ein großes und dickes Dankeschön an alle, die mit Hingabe und Engagement, Zeit und finanziellen Aufwänden, Material und Einsatz, und von ganzem Herzen das Gelingen ermöglicht haben!

Wir haben das gut gemacht!

Thilo

Sonntag, 4. April 2010

Petition: Unterhaltsrecht - Transparente Regelung des Selbstbehalts der Unterhaltsverpflichteten

Hier gibt es eine unterstützenswerte Online-Petition an den Deutschen Bundestag:

Text der Petition:

"Was muss einer Unterhaltszahlerin/einem Unterhaltszahler bleiben - Höhe des Selbstbehaltes - Art der Festsetzung des Selbstbehaltes

Der Bundestag möge beschließen, dass der Selbstbehalt der Unterhaltsverpflichteten gesetzlich entsprechend sozialrechtlichen Grundsätzen geregelt wird, wobei insbesondere das Lohnabstandsgebot zu beachten ist. Dabei sind individuelle Wohnkosten und Umgangskosten zu berücksichtigen. "

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=10463


Ich rege an, die Begründung der Petition zu lesen - die aus meiner Sicht juristisch sehr gut begründet ist - und die Petition mit zu unterzeichnen.